Den Begriff Zero Waste kennen mittlerweile fast alle, doch die Anzahl an Menschen, die wirklich diesen Lifestyle angenommen haben ist um einiges geringer. Zero Waste beschäftigt sich primär mit Nachhaltigkeit und eine daran angepasste Lebensweise. Oft wird diese aber kleingeredet, wenn nicht sogar verspottet. Es kommen Ausreden, welche man benutzt um der Klimafrage aus dem Weg zu gehen. Ich möchte euch aber zeigen, dass diese Mythen weit von der Wirklichkeit entfernt sind.  

Mythos 1: “Öko-Klima Tante” 

Wenn man heutzutage eine Person sieht, die Second Hand Klamotten kauft, vegan lebt, und viel wandern geht, heißt es sofort man sei “Öko”. Dieser Begriff wird leider oft abwertend benutzt, dabei sollte er eigentlich etwas Positives oder sogar etwas Bewundernswertes ausdrücken. Denn genau diese sogenannten „Öko-Tanten“ (und -Onkels natürlich auch) sind die Menschen, die nicht nur an sich selbst denken, sondern die Umwelt und andere Lebewesen über die eigenen Bedürfnisse stellen. Sie nehmen nicht nur, sondern geben auch etwas zurück und achten auf das, was sie schützen wollen. Hier haben “Öko-Tanten” ja sogar schon eine gesundere Beziehung mit der Umwelt als ich mit irgendjemandem anderen, eine, die auf Rücksicht, Achtsamkeit und Verantwortung aufbaut. 

Bei „Öko“ geht es nicht darum, seine Schokolade selbst aus Kakaobohnen herzustellen oder alles komplett „from scratch“ zu machen. Es geht vielmehr darum, den Alltag bewusster und umweltfreundlicher zu gestalten und dabei so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Das kann schon damit anfangen, dass man statt dem Auto mal den Bus oder Zug nimmt (wenn er denn überhaupt kommt), Dinge gebraucht kauft, eine Stofftasche statt einer Papier- oder Plastiktüte benutzt oder regionale Lebensmittel wählt, anstatt welche, die einmal um die halbe Welt geflogen wurden. 

Mythos 2: “Es ist nur etwas für Reiche”

Absolut nicht. Es gibt mehrere Wege, wie man umweltfreundlich leben kann und dabei sogar Geld spart, man muss es nur richtig anstellen. 

Second Hand

Eine der günstigsten Alternativen ist es, seine Sachen Second Hand zu kaufen. Auf Websiten wie Vinted, eBay Kleinanzeigen oder auf Flohmärkten findet man richtig schöne und gut erhaltene Kleidungsstücke. Diese Klamotten werden aber für einen deutlich niedrigeren Preis verkauft, da sie gebraucht sind. Und ja, auch wenn’s mal ein Teil von Zara oder H&M ist, ist das völlig okay. Denn du kaufst es ja nicht direkt dort, unterstützt also den Konzern nicht aktiv, sondern sorgst im Gegenteil dafür, dass das Kleidungsstück länger getragen wird. Dies ist viel nachhaltiger.

Das kann man auch im Umkehrschluss mit seinen alten Klamotten machen: sie weiterverkaufen und dafür sorgen, dass dieser Zyklus in Bewegung bleibt. 

Second Hand betrifft aber nicht nur Klamotten. Dieses Konzept von Weiterverkaufen kann auch vieles in seinem Alltag übertragen werden. Auch in Second Hand Stores oder im Internet findet man unzählige Sachen, die nicht nur Kleidung sind. Möbel können beispielsweise auch gebraucht gekauft werden oder auch Handys.

Nachhaltige/ Recycelte Klamotten 

Eine andere Möglichkeit beim Zero Waste Lifestyle ist es, seine Kleidung von Slow Fashion Brands zu kaufen. Diese sind das genaue Gegenteil von Fast Fashion und fokussieren sich auf ethische, nachhaltige und umweltschonende Herstellung ihrer Klamotten. Diese sind aber teurer, da das Material und die Herstellung einfach mehr kosten.

Aber wenn wir mal ehrlich sind: Mit ein bisschen Girl Math lässt sich das Ganze ganz gut rechtfertigen. 
Sagen wir, du kaufst dir ein nachhaltiges, recyceltes T-Shirt für 30 Euro. Wenn du es ein- bis zweimal pro Woche trägst, hält es locker vier Monate und wenn du beim Waschen etwas achtsamer bist (also weniger oft wäscht, was übrigens auch perfekt zum Zero-Waste-Lifestyle passt) und es direkt nach dem Tragen ausziehst, kann es sogar bis zu einem Jahr halten. Wenn man das so runterrechnet, ist das Kleidungsstück im Endeffekt kostenlos und vor allem viel nachhaltiger. Besonders bei Basics lohnt es sich, in gute Qualität zu investieren. So hat man länger etwas davon und trägt gleichzeitig verantwortungsvoller gegenüber der Umwelt. 

Lebensmittel

Bei Lebensmitteln sieht es ein bisschen anders aus, aber auch hier gibt’s einige Tipps und Tricks, wie man Geld sparen kann. Regional und saisonal einzukaufen kann dabei echt helfen. Außerdem lohnt es sich, auf den eigenen Konsum zu achten und wirklich nur das zu kaufen, was man im Endeffekt auch braucht, so wirft man automatisch weniger weg. Und ja, auch wenn man mal vorm Regal im Supermarkt steht und plötzlich Lust auf was Süßes bekommt, muss man nicht gleich den halben Laden leer räumen. Eine Sache reicht meistens völlig, vor allem, wenn man weiß, dass man zu Hause sowieso noch genug andere Sachen hat. 

Also, wie man sieht: Zero Waste kann, wenn man’s richtig angeht, sogar beim Abnehmen und bei der Selbstdisziplin helfen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Wechsel zu einem Zero-Waste-Lifestyle nicht zwangsläufig hohe Ausgaben bedeutet. Im Gegenteil: Durch kluge Kaufentscheidungen, die Wahl von Second-Hand-Produkten und die Herstellung eigener umweltfreundlicher Alternativen kann jeder Verbraucher seine Kosten deutlich senken. Daher ist es an der Zeit, die Ausgaben des täglichen Lebens zu überdenken und den eigenen Geldbeutel sowie unseren Planeten zu schonen.

Mythos 3: “Es nimmt zu viel Zeit ein”

Was nimmt keine Zeit ein. Umstellungen und Veränderungen sind ungewohnt und es kommt uns so vor, als würde es so viel Zeit in Anspruch nehmen, aber das stimmt gar nicht.  

Ob man für seinen Wochen Einkauf am Samstag in den Supermarkt oder auf den Wochenmarkt fährt, macht oftmals keinen so großen Unterschied. Und um ehrlich zu sein bin ich an einen schönen Samstagmorgen viel lieber auf den Markt in der Altstadt als in einem dunklen depressiven Supermarkt. 

Oder ob ich meine Klamotten jetzt auf einer Fast Fashion Website, wie Shein, H&M raussuche oder eben auf Vinted oder eBay Kleinanzeigen. Im Grunde genommen dauert es nicht länger, für einige ist es einfach nur ungewohnt und neu.  

Das Einzige was mehr Zeit kosten könnte, wäre die Planung. Man muss sich überlegen, was und wo man bestimmte Sachen kauft, was aber auch mehr Überlegung als Zeit kostet. Ich persönlich habe mich anfangs auch schwer getan einen guten Plan zu erstellen. Aber so etwas kann man ganz einfach in seine Routine integrieren. Ich setze mich beispielsweise Freitagabend immer hin und schaue was ich die nächste Woche essen und kochen will, schreibe mir eine Liste mit allem, was ich brauche und was ich bereits zu Hause habe, gehe Samstag einkaufen und Sonntag koche ich einiges vor. Und ja das klingt nach soooo viel Arbeit aber das ist nicht die einzige Option. Ich verbinde den Zero Waste Lifestyle mit Mealprep damit ich es im Alltag einfacher habe andere mögen es anders machen. Das war nur ein Beispiel meinerseits, wie ich meinen Konsum und die Lebensmittelentsorgung minimiere. 

Im Endeffekt geht es darum, wie man seine Prioritäten setzt. Viele sagen sie haben keine Zeit nachhaltig zu leben, anderen Sachen auszuprobieren oder mehr Zeit in die Planung zu investieren, können dann aber drei Stunden vor Tiktok sitzen. Und das ist ja auch okay. We listen and we don’t judge. Aber das als Argument zu nehmen unsere Umwelt einfach zu ignorieren ist meiner Meinung nach egoistisch. Man kann daraus schnell erkennen, dass die Zeit nicht das Problem ist. 

Mythos 4: “Solange ich nicht am Meer wohne, ist Plastikmüll kein Problem für mich.“

Out of sight, out of mind. Schön wär’s. Nur weil man im Strandurlaub nicht den riesigen Müllstrudel namens Great Pacific Garbage Patch, auch bekannt als „Plastikinsel“, sieht, heißt das nicht, dass er nicht existiert. Diese „Insel“ ist übrigens VIERMAL so groß wie Deutschland. Und mal ehrlich: Nur weil ich meinen Ex nicht sehe, heißt das auch nicht, dass er plötzlich verschwindet (I wish).  

Was viele nicht verstehen: Die Folgen des Klimawandels spüren wir längst auch hier in Deutschland und zwar massiv. Allein dieses Jahr hatten wir eine extreme Dürrezeit im Frühjahr, dazu Überflutungen, Hitzewellen und Waldsterben. All das passiert nicht irgendwo weit weg, sondern direkt vor unserer Haustür. Und wenn wir nichts ändern, wird es nur schlimmer. 

Fazit

Für die meisten ist das natürlich nichts Neues. Aber sind wir mal ehrlich: Wir Menschen blenden Nachteile einfach gerne aus. Deswegen kommen wir zu den Gründen wieso ein Zero Waste Lifestyle nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für uns selbst ist. 

Man ernährt sich viel gesünder, da man regional und saisonaler isst. Außerdem kauft man auch noch weniger Lebensmittel, die verarbeitet wurden wie tiefgekühlte Produkte oder “Mikrowellen essen”. Wir haben auch alle schon mal gehört, dass in sehr vielen Lebensmitteln, besonders die in Plastik verkauft werden, sehr viel Mikroplastik ist welches wir einfach so mitessen. Indem wir den Plastikkonsum minimieren können wir auch das Mikroplastik welches wir konsumieren reduzieren. 

Und natürlich der wichtigste Grund: Man spart Geld. Ob mit Second Hand, langlebigeren Produkten oder in dem man die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt (wenn es die deutsche Bahn es einem nicht so schwer machen würde) man kann viel Geld sparen. Sogar seine eigene Brotzeit zu packen anstelle etwas bei Yorams oder Aldi zu kaufen kann unseren Geldbeutel schützen. Auch solche kleinen Einkäufe, die auf den ersten Blick harmlos wirken, bringen oft unnötigen Verbrauch mit sich, wie Plastiktüten, Servietten und Co., die man automatisch mit kauft. Wir können also mit Kleinigkeiten nicht nur der Umwelt sondern auch unserem Geldbeutel etwas Gutes tun. WIN WIN. 

Ich hoffe ihr könnt einige dieser Vorschläge umsetzen.

Danke fürs lesen

Angelina ♡

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert