Ich verspreche euch, dass ihr nach diesem Blog nicht mehr stundenlang vor dem Kleiderschrank stehen müsst und der Umwelt sogar etwas Gutes tun könnt. Ihr müsst euch nur dieser Sachen bewusst werden.
Meine beste Freundin hat mich mal gefragt, wie es sein kann, dass ich mittlerweile nur noch 30 Minuten in der Früh brauche, um mich komplett fertig zu machen. „They don’t think I know ball, but trust me I know ball.“ Ich bin eine Zeit lang um 5:30 in der Früh aufgestanden und habe insgesamt 1,5 Stunden gebraucht, um mich fertig zu machen, um dann pünktlich um 7:00 meinen Bus zu schaffen. Die meisten, die nicht mit dem gleichen Struggle leben, fragen sich wahrscheinlich, was man denn so lange in der Früh machen kann?
Normalerweise, vergeht schon eine halbe Stunde, in der ich in meinem Bett liege, meine Zukunft überdenke und mich frage, ob ich nicht doch Schule abbrechen soll. Der Gedanke vergeht aber direkt wieder, wenn ich an die Reaktion meiner Eltern denke. Im nächsten Schritt muss ich mich ready machen. Und da kommen wir auch zum nervenberaubendsten. WAS ZIEH ICH HEUTE AN???
Obwohl ich so oft neue Klamotten bei Zara und H&M kaufe, hatte ich in der Früh trotzdem nichts zum Anziehen. Dementsprechend habe ich erstmal meinen ganzen Kleiderschrank ausgeräumt und durchprobiert, um irgendwas zu finden.
Zu einem Zeitpunkt wusste ich nicht mal mehr, was für Klamotten ich überhaupt alles besitze, und habe mir trotzdem jedes Mal was Neues mitgehen lassen. Denn zu viel gibt es ja nicht, oder?
OH DOCH!
Denn irgendwann hat man so viele Sachen in seinem Kleiderschrank, die nach dem ersten Mal Waschen schon ausgebleicht sind, ein Loch haben oder einfach doch nicht so gut aussehen, wie man dachte. Deswegen habe ich jeden Morgen so lange gebraucht, bis ich etwas gefunden hatte. Und das hat mich schon so gestresst und mir Energie geraubt, dass ich sogar noch weniger Lust auf diesen Morgen hatte.
Um ehrlich zu sein, ging mir das irgendwann alles so auf den Keks. Weil es ja immer das Gleiche war und egal, wie oft ich neue Sachen gekauft habe, hatte ich am Ende wieder nichts zum Anziehen.
Aber woran liegt das?
Zum einen liegt es bei den meisten von uns daran, dass die Kleidungsstücke, die wir besitzen, keinen Wert für uns haben. Wir kaufen uns immer wieder Klamotten, schätzen diese aber nicht. Ich habe beispielsweise einen Pulli, welchen ich über alles liebe. Ich habe förmlich eine Beziehung zu dem Pulli aufgebaut. Er sitzt perfekt, ist gemütlich und riecht richtig schön. Ich trage ihn immer an kalten Wintertagen und fühle mich dann wie Blair aus Gossip Girl höchstpersönlich. Im Umkehrschluss kümmere ich mich gut um diesen Pulli, weil ich natürlich nicht möchte, dass er nach drei Mal Tragen kaputtgeht. Bei vielen anderen Klamotten ist das aber nicht so, besonders bei denen, die ich mir spontan irgendwo in einem Fast-Fashion-Laden gekauft habe. Die haben weder einen Wert noch eine besondere Bedeutung. Dementsprechend trage ich sie nur ein paar Mal und lasse sie danach in meinem Kleiderschrank vergammeln.
Wenn man etwas besitzt, das einem am Herzen liegt, wird es besser behandelt und auch häufiger benutzt. Unser Kaufverhalten steht uns hier sehr oft im Weg.
Was ich damit sagen will, ist, dass es nicht daran liegt, dass wir einfach nur unentschlossen und wählerisch sind, wenn es um unsere Outfits geht, sondern dass das größte Problem unser Kleiderschrank und unser Kaufverhalten ist.
Denn wenn wir einen “cleanen” Kleiderschrank hätten, würde uns das alles nicht beschäftigten.
Was ist ein cleaner Kleiderschrank?
Man braucht keine zehn verschiedenen Tops oder Hosen. Es reichen vier Jeans in vier verschiedenen Farben aus, zwischen denen man rotieren kann. Im besten Fall kauft man diese in einer hochwertigen Qualität, um sicherzugehen, dass sie auch wirklich lange halten. Ein cleaner Kleiderschrank besteht nur aus den Essentials. Man kann alles mit allem kombinieren, was mir meine Entscheidung in der Früh viel einfacher macht.
Mittlerweile brauche ich nur noch eine halbe Stunde, um mich fertig zu machen, was ein ziemlicher Unterschied zu davor ist.
Da macht es doch viel mehr Sinn, nur das zu kaufen, bei dem ich mir sicher sein kann, dass ich es auch liebe, und dann am besten noch in einer guten Qualität, sodass ich es für die nächsten Monate und Jahre tragen kann.
Genauso wie bei Parfum. Ich kaufe mir auch keine acht billigen Parfums aus dem DM, sondern lieber ein hochwertiges, das ich gerne und auch lange benutzen kann. Ein Signature-Parfum eben, und bei Kleidung ist das nicht anders.
Ist es nicht viel besser, eine Beziehung und Connection mit seinen Sachen aufzubauen?
Und ja, das wissen die meisten wahrscheinlich schon und trotzdem ändert sich oft nichts. Beim Einkaufen lässt man sich schnell von dem leiten, was in diesem Moment gut aussieht oder perfekt für das nächste Wochenende scheint. Ich hoffe aber, dass ihr beim nächsten Shoppingtrip an diesen Blog denkt und euren Konsum vielleicht ein kleines Stück bewusster haltet.
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